Herzsportgruppe – Sport für Herzpatienten

Sie möchten sich über Herzsport informieren? Wie sieht eine typische Herzsportgruppe aus? Wie können Sie am Herzsport teilnehmen? All dies klären wir im folgenden Artikel!

Herzsportgruppe für Herzpatienten

Was versteht man unter einer Herzsportgruppe?

Herzsport (auch Koronarsport oder Coronarsport genannt) gehört zu dem Rehasport und ist speziell für kardiovaskulär erkrankte Patienten zugeschnitten.

Die Herzsportgruppe wird von einem speziell geschulten Übungsleiter geleitet und durch einen Arzt überwacht. Der Arzt berät die Teilnehmer und den Übungsleiter in Hinblick auf die besonderen Erfordernisse eines jeden Patienten und kann im Notfall sofort eingreifen. Üblicherweise findet die Übungsgruppe 1 mal wöchentlich statt.

Welche Ziele sollen mittels Herzsport erreicht werden?

Der Herzsport verfolgt verschiedene Ziele auf körperlicher, aber auch psychischer Ebene:

  1. Aufbau der persönlichen Belastbarkeit durch leistungsadaptiertes Training
  2. Stärkung des Selbst- und Körperbewusstseins
  3. Schulung der Koordination
  4. Wissensvertiefung in Ernährungs- und Gesundheitsfragen
  5. Abbau von Ängsten

Insgesamt soll auch ein übertriebenes Schonverhalten des Patienten vermieden und das allgemeine Wohlbefinden verbessert werden. Nicht zuletzt empfinden viele Teilnehmer die Stärkung des sozialen Netzes und die regelmäßigen Treffen in der Gruppe als sehr angenehm.

Wie sieht eine typische Herzsporteinheit aus?

Eine Herzsportstunde dauert mindestens 60 Minuten und umfasst Übungen zur Stärkung der Kraft, Ausdauer und Koordination.

Wichtiges Instrument während der Sporteinheit ist das Messen des Pulses: so wird meistens zu Beginn der Stunde, während der Belastung und am Ende der persönliche Puls gemessen und dokumentiert. Häufig werden zur Erleichterung der Pulsermittlung Hilfsmittel wie Pulsuhren, Activity-Tracker oder Pulsoxymeter genutzt.

Die Koordinationsübungen in der Stunde können dabei z.B. wie folgt aussehen:

Welche Erkrankungen erlauben die Teilnahme am Herzsport?

Typische Erkrankungen, die zur Teilnahme am Herzsport von den Krankenkassen anerkannt werden, sind u.a.:

  • Koronare Herzerkrankung
    • stabile Angina pectoris
    • nach Herzinfarkt
    • nach Bypass-OP oder Stentimplantation
  • nach Myokarditis
  • Herzfehler/ Herzklappenfehler
  • Kardiomyopathie
  • Schrittmacher- oder ICD-Implantation (Defibrillator)
  • pAVK („Schaufensterkrankheit“)

Auch Erkrankungen der Lunge wie eine COPD oder Lungenemphysem werden von den Krankenkassen anerkannt.

Wie kann man an der Herzsportgruppe teilnehmen?

Eine Teilnahme an der Herzsportgruppe wird durch die Verordnung durch den behandelnden Arzt (meist Kardiologe oder Hausarzt) auf dem Formblatt 56 ermöglicht (Muster auf KBV.de). Dieses Formblatt hält der Arzt vor und verordnet die entsprechende Teilnahme für z.B. 45 oder 90 Einheiten am Koronarsport. Das Formblatt 56 muss dann im Anschluss durch den Patienten der Krankenkasse vorgelegt werden und von dieser genehmigt werden.

In der ärztlichen Untersuchung wird auch eine belastungsergometrische Messung (Belastungs-EKG) durchgeführt. Dabei wird mittels steigender Belastung auf einem Ergometer mittels EKG die maximale Belastbarkeit in Watt und die maximale Herzfrequenz ermitteln. Aus diesen Werten kann der Arzt dann die empfohlene Belastung und Herzfrequenz für das Training ermitteln.

Mit der durch die Krankenkasse genehmigten Verordnung, dem Belastungs-EKG und ärztlichem Bericht (alternativ Reha-/ Krankenhausentlassungsbericht) kann der Patient dann bei der Herzsportgruppe vorstellig werden.

Wie finde ich eine Herzsportgruppe in meinem Wohnort?

In Deutschland gibt es ca. 6000 Herzsportgruppen und werden meist von lokalen Sportvereinen angeboten. Sie können Kontaktadressen z.B. bei der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) erhalten: DGPR Herzgruppen nach Bundesländern

 


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